Mit der Natur verbunden
Eine Schnecke auf dem Weg, feuchte Erde zwischen den Fingern oder das Rascheln der Blätter im Wind:
Für Kinder steckt die Natur voller Entdeckungen. In unserem Garten, auf der Wiese und im nahen Wald können sie sich bewegen, ausprobieren und ihrer Neugier folgen.
Mir ist wichtig, ihnen dafür Zeit zu lassen.
Wir bleiben stehen, schauen genau hin und verweilen bei dem, was die Kinder interessiert.
Wir hören einer Biene beim Summen zu oder beobachten, wohin ein Käfer krabbelt.
Dabei kommen wir zur Ruhe und nehmen auch die kleinen Dinge um uns herum wahr.
Unterwegs sammeln wir Naturschätze wie heruntergefallene Blätter, kleine Stöcke und Steine. Mit unseren Fundstücken gestalten wir, legen Bilder oder probieren aus,
was sich daraus machen lässt. Die unterschiedlichen Formen, Farben und Oberflächen bringen die Kinder auf eigene Ideen.
Mit der Zeit werden den Kindern die Wege und Orte vertraut.
Sie erkennen sie wieder und erleben, wie sich die Natur mit den Jahreszeiten verändert. An kahlen Zweigen wachsen neue Blätter, aus Blüten werden Früchte und im Herbst liegt der Boden voller Laub.
Ich wünsche mir, dass die Kinder sich der Natur verbunden fühlen.
Denn was wir kennen und liebgewonnen haben, möchten wir auch bewahren. Deshalb gehen wir behutsam mit Pflanzen um und achten darauf, kleine Tiere nicht zu stören. So erfahren die Kinder im Alltag, wie sie sorgsam mit ihrer Umwelt umgehen können.

Mit Tieren
in Beziehung kommen
Unsere Tiere gehören zu unserem Alltag.
Die Kinder lernen sie nach und nach kennen, beobachten ihre Eigenheiten und werden mit ihnen vertraut. Aus Neugier kann Zuneigung entstehen und aus anfänglicher Zurückhaltung wachsendes Vertrauen. Beim gemeinsamen Versorgen können die Kinder kleine Aufgaben übernehmen und erleben, dass ihr Mithelfen etwas bewirkt.
Ich begleite die Begegnungen und helfe den Kindern, die Körpersprache der Tiere zu verstehen: Wann kommt ein Tier gerne näher, wann braucht es Abstand oder Ruhe?
Dabei lernen sie, behutsam zu sein und auf ein anderes Lebewesen Rücksicht zu nehmen. Jedes Kind darf sich in seinem eigenen Tempo annähern oder zunächst einfach zuschauen. Ebenso können sich unsere Tiere jederzeit zurückziehen. Nähe und Kontakt bleiben für beide Seiten freiwillig.

Pauli, Fitz, Kalli und Hennes – unsere Ziegen
Vier Ziegen, vier eigene Köpfe:
Pauli ist der selbstbewusste Chef, Fitz verspielt und entspannt. Kalli schaut lieber erst einmal aus etwas Abstand zu. Hennes ist neugierig und entscheidet selbst, ob er Streicheleinheiten möchte.

Quirlig, ein bisschen chaotisch und voller Lebensfreude: Idefix flitzt durch den Garten und bringt die Kinder zum Lachen. Er kann aber auch ganz ruhig sein und sich still neben ein trauriges Kind legen.
Ein geliebtes Familienmitglied und vertrauter Freund.
Idefix – unser Herzenshund

Unsere Hühner – die bunte Schar
Unsere Hühner sind eine bunte Mischung mit ganz unterschiedlichen Farben und Federkleidern.
Sie scharren, picken und nehmen gerne ein ausgiebiges Staubbad. Genauso bunt sind ihre Eier: von Türkis über Grün bis Dunkelbraun. Beim Eierholen gibt es immer etwas zu entdecken.
Die Wunder der Natur miterleben
Ein erstes leises Piepsen aus einem Ei. Ein kleiner Schnabel, der die Schale durchbricht.
Oder ein Schmetterling, der aus seiner Puppe schlüpft, nachdem wir ihn noch als Raupe kennengelernt haben. Solche Momente bringen uns zum Staunen.
Wenn sich die Gelegenheit bietet, begleiten wir diese Entwicklungen. Wir schauen immer wieder nach, entdecken Veränderungen und warten gespannt. Manchmal scheint lange nichts zu geschehen,
bis sich plötzlich etwas bewegt.
Durch das eigene Erleben verstehen die Kinder, wie Leben wächst und sich verändert.
Was sie über Tage und Wochen beobachten, fügt sich nach und nach zusammen.
Mir liegt viel daran, den Kindern solche eigenen Erlebnisse zu ermöglichen: selbst dabei zu sein, mitzufiebern und Zusammenhänge zu begreifen, die dadurch weit über ein Bild im Buch hinausgehen.


Säen, ernten und genießen
Wir legen Samen in die Erde, gießen und kümmern uns um unsere Pflanzen. Die Kinder sind von Anfang an dabei und lernen, was es braucht, bis etwas reif ist und geerntet werden kann. Unsere Ernte nehmen wir mit in die Küche. Aus Äpfeln machen wir zum Beispiel Saft oder Apfelkuchen, aus frischer Minze einen Tee und aus den Eiern unserer Hühner Pfannkuchen. Beim Waschen, Rühren und Zubereiten helfen die Kinder mit und können anschließend gemeinsam probieren. So lernen sie Lebensmittel schon lange kennen, bevor sie auf dem Teller liegen. Sie wissen, wo sie gewachsen sind, haben sie selbst gepflückt oder die Eier aus dem Nest geholt. Das gemeinsame Essen gehört genauso dazu wie die Arbeit im Garten und die Freude über die Ernte.